Wülflingen


Wülflingen
Vom Strickhof über das Schloss Wülflingen zum Beerenberg


Bauerngarten

Bauerngarten im Dorfkern von Wülflingen.


Landwirtschaftliche Schule Strickhof

Luftaufnahme der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof.

Landwirtschaftliche Schule Strickhof

In der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof werden junge Bäuerinnen und Bauern ausgebildet.

Schloss Wülflingen

Das Schloss Wülflingen mit Gartenwirtschaft und Kräutergarten.


Kloster Beerenberg

Vom Kloster Beerenberg sind nur die Grundmauern erhalten geblieben.

Das Totentäli

Das Totentäli mit seinen zwei Weihern ist ein begehrter Lebensraum für allerlei Amphibien und Wasserinsekten.

Winterthur gehört zu den grössten Landwirtschaftsgemeinden des Kantons Zürich. In Wülflingen gibt es noch ingesamt 20 Bauernbetriebe. Einer davon ist die am Wolfensberg-Südhang gelegene Landwirtschaftsschule Strickhof (1). In Sichtdistanz dazu befindet sich das alt ehrwürdige Schloss Wülflingen mit seinem gepflegten Schlossgarten (2). Ursprünglich allerdings residierten die Herren über Wülflingen (und weitere Ländereien) auf der anderen Talseite, am Fusse des Ebnet an der Töss. Von diesem früheren Sitz, der um das Jahr 1000 entstand, ist nur noch der Wehrturm erhalten, den die Schlossherren aus strategischen Gründen auf dem Ebnet platzierten.

Zwischen dieser restaurierten Burgruine von Alt Wülflingen (3) und dem Aussichtspunkt Hoh Wülflingen (4) liegt ein reizvolles Naturschutzgebiet, das Totentäli (5).

Am Beerenberg, einem weiteren Winterthurer Hausberg bilden die Mauerreste der Klosterruine Mariazell (6) den historischen Rahmen für eine reizvolle Waldlichtung.

1  Landwirtschaftsschule Strickhof

Riedhofstrasse 62
Die landwirtschaftliche Schule markiert den Übergang zwischen Stadt und Land. Das schlossartige Schulgebäude mit dem behäbigen Walmdach aus dem Jahr 1927 - Architekt war der Zürcher Kantonsbaumeister Hermann Fietz - ist umgeben von Feldern, Reben und Bäumen. Hier werden jährlich rund 150 Bäuerinnen und Bauern ausgebildet. Der Gutsbetrieb ist spezialisiert auf Acker-, Rebbau und Mutterkuhhaltung. Zum Betrieb gehört auch ein Weinbau- und Landwirtschaftslehrpfad.

2  Schloss Wülflingen

Wülflingerstrasse 214
Gebaut wurde das Schloss 1644 durch Hans Hartmann Escher vom Luchs, Besitzer der Herrschaft Wülflingen-Buch, der zu jener Zeit auf der anderen Talseite, am Fusse des Ebnets wohnte. 1655 übersiedelte er ins neue Schloss, das in den folgenden Jahrhunderten verschiedene Besitzer hatte. 1832 ist erstmals der Betrieb einer Weinschenke im Schloss dokumentiert. Anfang des 20. Jahrhunderts geriet das Schloss unter Spekulationsdruck. Es wurde eine Genossenschaft für die Erhaltung des Schlosses gegründet und die Stadt Winterthur erwarb das Umland, um es von einer drohenden Überbauung zu bewahren. 1911 trat die Genossenschaft das Schloss unentgeltlich an die Stadt Winterthur ab. Es wurde als Restaurant für gehobene Ansprüche betrieben und 2007/08 umfassend renoviert. Einbezogen in die Restaurierung war auch der Schlossgarten. Er wurde durch einen Heckenrahmen räumlich eingefasst und man lichtete den dichten Baumbestand aus, um die Sicht auf das Schloss zu gewähren. Der Ziergarten an der Westseite des Schlosses wurde aufgrund historischer Darstellungen wiederhergestellt und als eigenständiger Gartenraum vom Schlossgebäude losgelöst. Der Garten ist Teil des Restaurationsbetriebs.

3  Alt-Wülflingen

Der Turm auf dem Ebnet wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Habsburg gebaut. Er gehörte zum am Fusse des Hügelzugs liegenden Schloss, das bereits seit dem 10. Jahrhundert bestand und damals im Besitz der Grafen von Wülflingen war. Die Turmruine ist renoviert und mit einer Treppe erschlossen. Von der oberen Plattform aus überblickt man Wülflingen und Töss. Neben dem Turm gibt es eine Feuerstelle und Sitzgelegenheiten.

4  Hoh-Wülflingen

Am nordwestlichen Ausläufer des Ebnet liegt Hoh-Wülflingen, ein beliebtes Ausflugsziel mit Fernsicht und Grillplätzen.

5  Totentäli

Das Totentäli ist eine lang gezogene Waldlichtung mit zwei durch die Forstbetriebe angelegten Weihern. Ein Paradies für Amphibien und Wasserinsekten - und für interessierte Naturbeobachterinnen und -beobachter.

6  Klosterruine Beerenberg

Die Mauerreste des mittelalterlichen Klosters Mariazell geben der idyllischen Waldlichtung ein ganz spezielles Gepräge. Die historischen Gemäuer wurden 2009 restauriert das Geviert mit Informationstafeln, einem Grillplatz sowie Tisch und Bank ausgestattet. Ursprünglich war der Platz eine Einsiedelei (1318), dann gründeten die Franziskanermönche dort ein Kloster (1355), das wenig später zum Augustinerorden wechselte. 1527 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben und zerfiel in der Folge. Entlang dem Südwestfuss des Beerenbergs führt ein schöner, zum Teil mit Regen bestückter Höhenweg vom Weier- ins Rumstal.

Hoh-Wülflingen

Der Gipfelkopf von Hoh-Wülflingen.

Geburtshelferkröte

Geburtshelferkröte im Totentäli.

Alt-Wülflingen

Der aus dem 13. jahrhundert stammende Turm Alt-Wülflingen ist mit einer Treppe erschlossen und gibt den Blick frei auf Wülflingen und Töss.

Kulturort Weiertal

Werk von Anna-Maria Bauer im Kulturort Weiertal.

7  Kulturort Weiertal

Rumstalstrasse 55.
Am Fusse des Beerenbergs gibt es den Kulturort Weiertal zu entdecken. Das einst bäuerliche Anwesen mit grossen Naturgarten bildet die malerische Kulisse für Kunstausstellungen. Diese finden einerseits in den Galerieräumen statt, einbezogen ist aber auch die romantische Gartenanlage. Mächtige Baumriesen, Hecken und Büsche fassen das rund 6000 m2 grosse Gelände ein, das von einem grossen Obstgarten, einem Seerosenteich und mäandrierenden Bächlein geprägt ist. Ein Badehäuschen, kleine Brücken, Spaliere und lauschige Sitzplätze vervollkommnen die Idylle. Im Garten findet alle zwei Jahre eine Skulpturen-Biennale mit renommierten Kunstschaffenden statt, begleitet von Führungen, Diskussionsforen und Perfomances. Im Sommer wird für die Gäste ein Bistro mit Aussensitzplätzen geführt.

Vom Reb- und Ackerdorf zum Industriestandort


Ehemalige Fabrikanlage Hard

Die ehemalige Fabrikanlage Hard ist heute ein Wohn- und Gewerbezentrum, umgeben von viel Grünraum. Zur Anlage gehört ausserdem ein Biobauernhof.


Töss

Mit einem spektakulären Naturschauspiel verlässt die Töss die Stadt in der Hard in Wülflingen.

Wülflingen

Als Wülflingen zu wachsen begann, sorgte der damalige Winterthurer Stadtplaner und Gartenstadtanhänger Albert Bodmer dafür, dass das Gebiet Oberfeld und Oberwiesen mit kleinmasstäblichen Siedlungen überbaut wurde, die entweder über einen Garten oder einen engen Bezug zum angrenzenden Grünraum verfügten.

Klinik Schlosstal

Die ehemalige Spinnerei (heute Klinik Schlosstal) wurde im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts im Stile eines französischen Landschlosses inklusive einer entsprechend repräsentativen Eingangspartie gebaut.

Töss

Während die Töss heute vor allem als Badegewässer und Naherholungsraum dient, trieb sie früher die Fabriken an, die sich entlang des Flusslaufs ansiedelten; so auch die erste mechanische Spinnerei in der Hard.

Die Eulach

Die Eulach.

Schwimmbad Wässerwiesen

Das Schwimmbad Wässerwiesen.


Wohnüberbauung Wässerwiesen

Die vom Unterenehmewr Leopold Bachmann 2002 realisierte Wohnüberbauung Wässerwiesen bietet 400 günstige Wohnungen mit grosszügigen Aussenräumen.

Das Dorf Wülflingen entstand wahrscheinlich etwa im 5. Jahrhundert. Es war ein typisches Reb- und Ackerbaudorf, was an den kleinbäuerlichen Heimwesen noch heute ablesbar ist. Wegen der Nähe zur Töss (7) und damit zur Wasserkraft setzte in Wülflingen die Industrialisierung sehr früh ein. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand im westlichsten Zipfel der Stadt, in der Hard, die erste mechanische Spinnerei der Schweiz, heute ein Wohn- und Gewerbezentrum mit angeschlossenem Bio-Bauernhof. Die unterhalb der einstigen Fabrikanlage gelegenen Tösswasserfälle sind im Sommer ein intensiv genutzter Erholungsort. Ein Stück weiter südwärts siedelte sich die Spinnerei Beugger an, eine schlossartige, hufeisenförmige Anlage (1818-1826), in der heute die Klinik Schlosstal (8) untergebracht ist. Die frühere Spinnerei bezog das Wasser für den Antrieb ihrer Maschinen unterirdisch vom Kanal der nahen Wespimühle, die am mittleren Tösswasserfall liegt. Die Wespimühle existiert schon seit dem 17. Jahrhundert und gilt als bedeutendstes Mühlendenkmal Winterthurs. An der Töss liegt auch das Schwimmmbad Wässerwiesen (9).
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ebene östlich des Dorfes Wülflingen zur Bauzone erklärt. Für die Planung verantwortlich zeichnete der umtriebige Winterthurer Stadtplaner und Gartenstadtanhänger Albert Bodmer. Er setzte bei der Realisierung des Quartiers auf eine Fortsetzung des Rasters, der bereits beim Neuwiesenquartier und beim Blumenauquartier in Veltheim zur Anwendung gekommen war. Der Rasterplan wurde dann allerdings nur zum Teil umgesetzt, die Siedlungen zwischen Oberwiesen- und Oberfeldstrasse besassen aber jene Qualitäten, die dem Stadtplaner so wichtig waren; sie waren kleinmassstäblich, verfügten über einen eigenen Gartenanteil, oder bei Mietshäusern über eine gute Anbindung an die angrenzenden Grünräume - in diesem Fall die Eulach (10).

8  Die Töss

Die Töss ist Winterthurs grösstes Gewässer. Richtig brüsten kann sich Winterthur aber damit nicht, berührt der Fluss doch die Stadt nur an ihrer südwestlichen Flanke und verläuft der mehr oder weniger parallel zur Autobahn-Umfahrung. Diese unrühmliche Verquickung hat zur Folge, dass sich das Rauschen der Töss mancherorts mit dem Rauschen der A1 vermischt. Für sich beanspruchen kann Wülflingen die Töss ab der Schweizerisch-Technischen Fachschule an der Schlosstalstrasse bis zu deren Austritt aus dem Stadtgebiet auf der Höhe der Hard. Von dort fliesst sie weiter bis zur Tössegg, wo sie nach einer 56 Kilometer langen Reise in den Rhein mündet - in idyllischer Umgebung auf dem Gemeindegebiet von Teufen.

9  Klinik Schlosstal

Wieshofstrasse 100-102
Die ehemalige Spinnerei Beugger wurde 1892-94 zu einem Krankenheim umgebaut und 1976 erweitert. Der U-förmige Bau umschliesst einen repräsentativen, hofartigen Eingangsbereich mit Baumgruppen, Hecken und Kübelpflanzen. Die Klinik Schlosstal ist heute eine Station der Integrierten Psychiatrie Winterthur (IPW).
Kunst:
Robert Lienhard (1919-1989),
Bronze-Plastik, 1980, 2.30 x 2.00 x 1.60 m
(siehe →  Kunstführer).

10  Schwimmbad Wässerwiesen

Wässerwiesenstrasse 71
Das idyllische, an der Töss gelegene Schwimmbad ist von einer parkähnlichen Landschaft mit alten Baumbeständen umgeben und verfügt über drei Schwimmbecken. Palmen, Sonnensegel, bunte Plastikstühle und Sonnenschirme vermitteln südliche Ferienstimmung. In der Anlage gibt es auch eine Blockhütte, das «Rugelihus», mit Kochgelegenheit und Cheminée, das gemietet werden kann.
Kunst:
Betonplastik von Hans Aeschbacher im Eingangsbereich (1967)
(siehe →  Kunstführer).

11  Die Eulach

Die Eulach zieht sich von Hegi über Oberwinterthur bis nach Wülflingen quer durch das ganze Stadtgebiet, im Zentrum der Stadt allerdings weitgehend unterirdisch. Im Abschnitt Oberfeld macht sie ihrem Status als erster und wichtigster Stadtbach alle Ehre. Der Spazierweg entlang den begrünten Ufern ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und wie überall in der Stadt, wo es am Rande des Siedlungsgebietes einen Flecken Brachland gibt, breiten sich auch hier Pünten aus, die mit ihren kleinen Holzhäuschen und den gepflegten Gemüse- und Blumenbeeten ein idyllischer Ort sind.

Frühe Terrassensiedlungen, eine grosszügige Freihaltezone und viel Ländlichkeit


Aussenwacht Neuburg

Ganz und gar ländlich präsentiert sich Wülflingen südwestlich der Töss und der A1. Es dominieren Felder, Wiesen, malerische Weiler und Aussenwachten. Im Bild die Aussenwacht Neuburg.

Burgstrasse

Die Teppichsiedlung an der Burgstrasse.



Terrassensiedlung im Morgentau

Die Terrassensiedlung im Morgentau.

Siedlung Haltenrebenstrasse

Die Siedlung Haltenrebenstrasse.



Schenkelwiese

Ursprünglich sollte gemäss einem Volksentscheid die ganze 2,5 Hektaren grosse Schenkelwiese in eine Freihaltezone umgewandelt werden. Ein Teil davon wurde dann allerdings später wieder eingezont. Als Erholungszone erhalten geblieben ist der nördliche Teil des Areals.


Südlich und westlich des Dorfes setzte der Bauboom erst später ein. Geprägt war die Entwicklung - insbesondere in der Nachkriegszeit - von genossenschaftlichen Siedlungen. Später folgte die Überbauung der Hanglagen mit Einfamilien- Doppeleinfamilienhäusern, aber auch mit frühen Terrassensiedlungen, die beweisen sollten, dass verdichtetes Bauen und Individualität unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Gartenstadtgedankens auf einen Nenner gebracht werden können. Beispiele dafür sind Teppichsiedlung an der Burgstrasse (11), die Terrassensiedlung Haltenrebenstrasse (12) oder die Terrassensiedlung im Morgentau (13). Die zunehmend dichtere Bebauung von Wülflingen führte 1985 zur Lancierung einer Volksintiative, die forderte, die 2,5 Hektaren grosse Schenkelwiese in eine Freihaltezone umzuwandeln. Die Stimmberechtigten folgten dem Begehren. Im Rahmen einer Revision der Bau- und Zonenordnung wurde dann allerdings 1998 ein Teil der Schenkelwiese wieder eingezont. Der nördliche Teil wurde als einfache Erholungsanlage gestaltet (14).

Von Überbauungen weitgehend verschont geblieben ist die Landschaft westlich der Töss, wo malerische Weiler und Aussenwachten mit schönen Bauernhäusern und Bauerngärten das Bild prägen (Neuburg, Wishof, Schweikhof, Stöcklirüti) Die später entstandenen Siedlungen liegen so weit abseits vom städtischen Siedlungsgebiet, dass sie deutlich ländlichen Charakter aufweisen, insbesondere die bereits 1923 als Modell erstellte Siedlung im Weiertal, mit der den Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglicht werden sollte, trotz Industrialisierung als Kleinbauern zu leben oder die Siedlung Hardau (Architekt Franz Scheibler,1944), die bestückt mit grosszügigen Gärten und umgeben von viel Landwirtschaft ebenfalls sehr dörflich gelegen ist.

12  Teppichsiedlung

Burgstrasse 16-24
Mit den fünf Einfamilienhäuser suchte der Architekt Ulrich Baumgartner (1958/61) die Synthese zwischen verdichtetem Bauen und dem Wunsch nach einem eigenen Haus. Er platzierte die Baukörper so geschickt, dass jedem Hausbesitzer die freie Sicht auf die benachbarten Wälder und die Privatsphäre gewährt ist.

13  Siedlung Haltenrebenstrasse

Haltenrebenstrasse 100-122
Die Siedlung am südlichen Hang des Taggenbergs ist eine der ersten Terrassensiedlungen im Kanton Zürich. Sie zeichnet sich durch grosse Terrassenflächen und weite Gartenräume aus. (Architekt Anton Brunold, 1969/71).

14  Terrassensiedlung im Morgentau

Im Morgentau 15a-21c
Auch diese Terrassensiedlung kombiniert Dichte mit Individualität und privaten Gärten. Die 18 Wohneinheiten verfügen über grosseTerrassen. (Architekt Hans Weishaupt, 1978).

15  Schenkelwiese

Die Schenkelwiese grenzt an die Kernzone Wülflingen an. Sie besteht aus einer bäuerlichen Obstbaumwiese am Hang, ergänzt mit vier einfachen Pflanzgärten, wie sie der ursprünglichen Tradition entsprechen. Zur Anlage gehört auch ein Kiesplatz mit Lindenbäumen und ein Spielplatz. Die Obstbaumwiese ist mit alten Obstsorten der Pro Specia rara und einzelnen Nussbäumen bepflanzt und als Baumlehrpfad beschildert. Im Winter ist die Schenkelwiese ein beliebter Schlittelhang.


A1 als Zäsur, bizarre Felsformationen und ein Naturschutzgebiet


Naturschutzgebiet Lantig

Das Naturschutzgebiet Lantig war einst Umschlagplatz für den Bau der Autobahn A1. Heute ist der Ort ein wichtiger und vielseitiger Lebensraum für Pflanzen, Insekten und Amphibien.

Die Chöpfi

Die Chöpfi mit ihren bizarren Gesteinsformationen ist ein bedeutendes Naturdenkmal und ein beliebter Ausflugsort für Familien.

Als brutale Zäsur zieht sich die Autobahn mit ihren Zubringern quer durch den Stadtteil Wülflingen. Im Norden durchschneidet sie ein beliebtes Naherholungsgebiet. Auf der einen Seite liegt die Chöpfi (15), ein beliebter Ausflugsort mit bizarren Steinformationen am westlichen Zipfel des Wolfensbergs, auf der anderen Seite, ebenfalls erhöht, der Sporrer mit Sportplätzen und Ausflugsrestaurant sowie der ländlich-idyllische Taggenberg, auch er mit Restaurant und Garten. Weiter nördlich, im Autobahn nahen Dreieck Lantig, wurde ein bedeutendest Naturschutzgebiet angelegt (16).

16  Chöpfi

Die Chöpfi ist mit ihren «Steinköpfen» ein Naturschutzgebiet von Kantonaler Bedeutung. Die «Köpfe» bildeten sich aufgrund einer speziellen Gesteinskonstellation. Während die weichen Anteile des Sandsteins errodierten, blieben die harten als bizarre Formationen stehen. Sie sind ein Kletterparadies für Kinder. Die Eltern bewundern derweil die Aussicht. Die Chöpfi ist mit Feuerstellen und Sitzbänken ausgestattet. Der Ort ist auch ein ausserordentlich vielfältiger Lebensraum mit gestuften Waldrändern, Hecken, einzelnen Obstbäumen und artenreichen Magerwiesen.

17  Naturschutzgebiet Lantig

Nachdem der Lantig nicht mehr als Umschlagplatz für den Autobahnbau benötigt wurde, schied man das Areal 2003/04 als Naturschutzgebiet mit verschiedenen Lebensräumen aus: Wiesen, Gehölze, kleine Weiher, Sand-, Kies- und Schotterplätze. Nach der Neugestaltung siedelten sich über 70 heimische Pflanzen, Wildbienen-, Libellen-, Neuschrecken und Tagfalterarten sowie die Zauneidechse an.

Übersichtsplan Wülflingen




VOM STRICKHOF ÜBER DAS SCHLOSS WÜLFLINGEN ZUM BEERENBERG


  1   Landwirtschaftsschule Strickhof
  2   Schloss Wülflingen
  3   Alt-Wülflingen
  4   Hoh-Wülflingen
  5   Totentäli
  6   Klosterruine Beerenberg
  7  Kulturort Weiertal

VOM REB- UND ACKERBAUERNDORF ZUM INDUSTRIESTANDORT

  8   Die Töss
  9   Klinik Schlosstal
  10  Schwimmbad Wässerwiesen
  11  Die Eulach

FRÜHE TERRASSENSIEDLUNGEN, EINE GROSSZÜGIGE FREIHALTEZONE UND VIEL LÄNDLICHKEIT

  12  Teppichsiedlung
  13   Siedlung Haltenrebenstrasse
  14   Terrassensiedlung Im Morgentau
  15   Schenkelwiese



A1 ALS ZÄSUR, BIZARRE FELSFORMATIONEN UND EIN NATURSCHUTZGEBIET

  
16   Chöpfi
  17   Naturschutzgebiet Lantig